Tanz5 bietet vom 7. bis 12. September 2026 an fünf Spielorten neue Tanzproduktionen, Work-in-Progress-Performances und Gespräche zu aktuellen Themen der freien Tanzszene.

PROGRAMM ÜBERSICHT

 

Mo., 7. September 2026

19:30 Uhr Performance

mit anschließendem Artist Talk

17:30 Uhr Warm-up-Workshop für alle Interessierten

2og dondorf

Sophienstraße 1-3

60487 Frankfurt am Main

 

In der modernen Welt müssen wir kaum noch zusammenkommen: Wir sprechen über Chats oder Videocalls, Kopfhörer schirmen uns von der Außenwelt ab und für eine Unterhaltung benötigen wir keinen Menschen mehr, seit es Künstliche Intelligenz gibt. Doch fehlt da nicht etwas? Heutzutage können wir reden, sogar mit jemandem zusammen sein, ganz ohne den anderen Körper. Vermissen wir denn unsere Gesprächspartner*innen? Wie gehen wir mit den Leerstellen um, die in einer Welt entstehen, die uns voneinander entfernt und entkörpert? Was passiert, wenn die Verbindung zwischen Menschen(-körpern) schwindet – und was an ihr ist so wichtig?

Mit einer partizipativen Performance aus Interaktion, Gespräch und Tanz suchen wir nach dem, was keine KI ersetzen kann: den anderen Menschen.

Co-Choreografie und Performance: Anno Bolender
Co-Choreografie: Keiko Schmitt
Choreografische Unterstützung: Die Teilnehmer*innen des tanzbasierten Recherche-Workshops „Körper in der Welt von Technik und KI" 

Im Rahmen von Take Care! – Festival of Solidarity and Resistance

(Ein Projekt des Frauenreferates Frankfurt)

 

Mi, 9. September, 20 Uhr – Premiere

Do, 10. September, 20 Uhr

Fr, 11. September, 19 Uhr

Produktionshaus NAXOS Waldschmidtstraße 19

60316 Frankfurt am Main

 

Können wir das Gefühl von Schwere in Bewegung umwandeln?

„rock bottom“ spielt mit der potenziellen Energie von Gewicht und der Gedankenfluten in unseren Köpfen.

Schwere wird zum Bewegungsantrieb und Ursprung von Kraft.

Wir tauchen tief. Voll von Gedanken wiegen wir uns im Takt unserer Köpfe.

Gemeinsam rollen wir Hügel hinauf. Wir werden Landschaften:

tektonische Platten, die aufeinanderprallen, sich falten und auseinanderdriften.

Choreografie und Tanz: Pauline Michel und Vilma Ehnberg

Förderung: Kulturamt Frankfurt, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Goethe Institut, ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main, Tanzkunst Hofheim e.V.

Unterstützt von: Sydhavn Teater, kinéo 37, Tårnby Park Studio

T.I.A. dance productions: Hannah Dewor, Lilian Korner & Amelia Uzategui Bonilla mit César Quiñones Falcón und Amapola Prada Mendoza

Do, 10. September 2026, 18 Uhr

Crespo Haus

Weißfrauenstraße 1–3

60311 Frankfurt am Main

 

T.I.A. dance productions laden zu einem Sharing ihres internationalen Austauschprojekts mit peruanischen Künstler*innen ein, . Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage nach einem  Zusammenhang von rassifizierten und behinderten Künstler*innen in Peru und Deutschland. Das Sharing findet im Crespo Haus statt.

Förderung: gefördert im Programm WAYS – Faire und nachhaltige internationale Partnerschaften der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Kulturamt Stadt Frankfurt.

 

Do, 10. Sept. 2026, 20 Uhr – Premiere

Fr, 11. Sept. 2026, 20 Uhr – Gespräch im Anschluss

Sa, 12. Sept. 2026, 15 Uhr – mit Kinderbetreuung

LANDUNGSBRÜCKEN, Gutleutstraße 294

60327 Frankfurt am Main

 

Aspirin untersucht performativ die strukturelle Dauerbelastung, der insbesondere FLINTA* in einer von Effizienz, Care-Arbeit und Selbstoptimierung geprägten Gesellschaft ausgesetzt sind.

Die drei Tänzerinnen erforschen, wie sich industrielle Arbeit in den Körper einschreibt. Mit Motion-Capture werden diese Maschinen- und Körperbewegungen erfasst und mit Hilfe von KI zu neuen choreografischen Sequenzen arrangiert. Ein Stück, das nicht nur physische, sondern auch mentale Belastung sichtbar macht.

Von und mit: Julia Alsdorf, Mariya Barashka, Andréanne Brosseau, Gregor Knüppel, Gabrielle Staiger und Silke Wiegand.

Förderung: Kulturamt Frankfurt, Frauenreferat Frankfurt und Naspa Stiftung

Unterstützt von: Hochschule Mainz – University of Applied Sciences (ilab – Interactive Lab), ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

In Kooperation mit Take Care! – Festival of Solidarity and Resistance

(Ein Projekt des Frauenreferates Frankfurt)

Sa, 12. September 2026, 17:00 Uhr

Frankfurt LAB

Schmidtstr. 12

60326 Frankfurt am Main

 

Das Open Studio präsentiert die Ergebnisse der diesjährigen Residenzkünstler*innen des ID_Tanzhauses und lädt dazu ein, die Künstler*innen und ihre Arbeiten kennenzulernen.

Platzreservierung möglich – einfach hier anmelden

“Gatherings of consolation” von Santiago Mariño zeigt Ergebnisse einer ersten Forschungsphase für ein Projekt, das südamerikanische Lyrik von Piedad Bonnett und María Mercedes Carranza mit verkörperten Tanzerinnerungen der südamerikanischen Diaspora in Deutschland verknüpft. Beide Kunstformen bereichern sich dabei gegenseitig: Bewegung, Stimme, Bühnenbild und Interaktion mit dem Publikum treten in einen Dialog miteinander. Das Publikum ist eingeladen, gemeinsam zu sitzen, zu lesen und sich zu bewegen – in einer Übung, die eine Brücke zwischen sozialen und künstlerischen Ausdrucksformen schlägt.

Hanna Launikovichs „she-zoo/schizo/ШIЗА“ untersucht, was mit dem Körper geschieht, wenn Gewalt vorstellbar wird. Ausgehend von Berichten und Erfahrungen belarussischer politischer Gefangener stellt das Stück die Frage: Wie überlebt der weibliche Körper, wenn der Raum, in dem er gefangen gehalten wird, ihn leugnet? Wie lassen sich die Erfahrungen der Gefangenschaft in Bewegung übersetzen? Eine choreografische und akustische Auseinandersetzung mit den Körpern von Inhaftierten und derer, die befürchten, selbst in Gefangenschaft zu geraten.

„Trickster-Rauschen“ von Ida Daniel und Todor Stoyanov ist eine choreografische Recherche darüber, was geschieht, wenn eine digitale Strategie, die ausbeuterische KI-Praktiken sabotiert, den Raum betritt. Selbstgebaute Klangmaschinen, alltägliche Ausdrücke und die Stimme werden zum Material eines Vorgehens, bei dem es ebenso sehr um das Zuhören und die Bewegung geht wie um Unsichtbarkeit und Widerstand. Ein Performance-Vortrag, der die ersten Ergebnisse eines fortlaufenden Projekts präsentiert.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.