Residenzen 2021

Auswahlverfahren:

ID_Tanzhaus FRM ist bestrebt, weniger voreingenommene und generativere Formen des Peer-Auswahlverfahrens zu finden. Im Jahr 2021 wurden die Residenzkünstler*innen von einer vierköpfigen Jury in einem anonymen, doppelt blind durchgeführten Verfahren ausgewählt. Keines der Jurymitglieder arbeitet für das ID_Tanzhaus FRM oder gehört dem ID_Frankfurt e.V. an.

Im Jahr 2021 bestand die Jury aus:

Khadidiatou Bangoura, freie Choreografin

Gabi Beier, künstlerische Leiterin ada Studio, Berlin

Esther Siddiquie, freie Choreografin

Martin Streit, Laboringenieur und Medienwissenschaftler

Künstler*innen in Residenz:

Insgesamt wurden acht Residencies zwischen April und Oktober 2021 an verschiedene regionale Tanz- und Performance-Projekte vergeben. Jedes Team hatte die Aufgabe, seine Forschungsergebnisse in einem digitalen Format seiner Wahl zu präsentieren. Die Vorstellungsmedien reichten von sozialen Netzwerken über die Produktion von Kurzfilmen bis hin zu Experimenten in VR.

Hier eine vollständige Auflistung der Residencies 2021 mit Links zu ihren digitalen Inhalten:

Die Tänzerin und Choreografin Ana Clara Montenegro erforscht als Solistin und in Zusammenarbeit mit Alice Nogueira, Anna Lublina, Katja Cheraneva und Rúbia Vaz die Bedeutung von „Verwurzelung“ und deren Beziehungen zum menschlichen Körper und zur Natur. In einem mehrstufigen Prozess entwickelt sie Methoden, um „Wurzeln zu schaffen“ und sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Auf dem im September 2021 gestarteten Instagram-Account @enraiza_danza können einige von Montenegros somatischen Praktiken ausprobiert und etwas über ihre weiteren Forschungsergebnisse nachgelesen werden.

In ihrem Soloprojekt reflektiert die Tänzerin Camilla Fiumara die vergangenen zwei Jahre der globalen Pandemie und die verschiedenen Emotionen, Langeweile und Leere, die sie in dieser Zeit erlebt hat. Die Isolation und die lange Zeit, die sie zu Hause verbracht hat, haben ihren Tanz beeinflusst, der sich durch Minimalismus und die Isolierung des Körpers auszeichnet.

Zum Abschluss ihrer dreiwöchigen Residency filmte Fiumara ihr Projekt und veranstaltete einen Online-Kurs, in dem sie das Publikum einlud, gemeinsam die körperlichen Erfahrungen mit dem Lockdown zu erforschen.

Fiumara plant, das Solo für die Bühne weiterzuentwickeln und wird ihr Stück bei Festivals in Deutschland und im Ausland einreichen.

Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Auf der einen Seite handelt es sich bei diesem Projekt um einen Rundgang durch Frankfurt am Main, der von Postmigrant*innen mit unterschiedlichem beruflichem und geografischem Hintergrund geführt wird und bei dem im Oktober 2021 Live-Veranstaltungen stattfinden. Link zum ID_Tanzkalender 

Auf der anderen Seite entstand eine Website (daydreamingthearchive.com), auf der die Dokumentation archiviert wurde und die den Fernzugriff auf die Tour für ein breiteres Publikum ermöglicht und der Öffentlichkeit eine Plattform bietet, sich aktiv an der Neuschreibung einer affektiven Kartografie der Stadt zu beteiligen.

Das online Open-Studio gab dem Publikum Einblicke in den Arbeitsprozess des Teams und die Pläne für die Tour. Sie erörterten, wie sie affektive Kartografie als eine Vielzahl von Beziehungen definieren, die entstehen, wenn sich Körper treffen und sich verschiedene, zerstreute Erinnerungen und Imaginationen miteinander vermischen.

Das Moderationsteam bestand aus Olga Popova, Felipe Dos Santos, Bárbara Galego, Diana De Fex und den teilnehmenden Mitgestaltern Dajana Kubat, Debo Seabra, Sol Crespo, Khabeer Singh, Walter Castillo und bergie.

(c) Foto: Astrid Ackermann 2021; Judith Nagel mit ihrem Kind

Untertitel: „Die verschiedenen Dimensionen und Auswirkungen des Schweigens in Mutterschaft und Tanz“

Die Tänzerin, Choreografin und Mutter Judith Nagel beschäftigt sich mit der vielschichtigen Komplexität des sprachlichen Phänomens und den realen Auswirkungen des Schweigens in der Mutterschaft und im (professionellen) Tanz.

Für ihre Residency hat Judith mit der Plattform re-dance zusammengearbeitet, um die Erfahrungen von Tänzer*innen in der Elternschaft zu fördern. Sie nutzte Instagram LIVE, um Einblicke in ihre Praxis zu geben, Diskussionen zu moderieren, und um mehr Menschen zu erreichen, die sich mit der Thematik beschäftigen.

Folgt den Beteiligten auf IG @re_dance_platform und https://re-dance.work/

In was für einer Welt leben wir und inwieweit sind wir selbst in der Lage, infrastrukturelle Systeme zu gestalten?

Laura Hrgota-Jannene begann gemeinsam mit Guillermo de la Chica López und dem Electro-Musiker Lääke eine dreiwöchige Konzeptionsresidency. In einer gemeinsamen Online-Performance am 22. Oktober um 20.20 Uhr, die live vom Z-Zentrum gestreamt wurde, stellten sie eine Art Miniaturwelt mit Bewegung vor, die von der Erinnerung an vergangene Lebensformen, architektonischen Fantasien und der Projektion eines neuen futuristischen Lebens in Bezug auf den Körper und die gegensätzlichen binären Gender-Rollen der Gesellschaft inspiriert waren.

Sie müssen die Youtube-Einstellungen anpassen, damit das Video angezeigt wird.

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Die Behauptung, dass einem das Recht auf Privatsphäre egal ist, weil man nichts zu verbergen hat, ist nichts anderes als die Behauptung, dass einem die Redefreiheit egal ist, weil man nichts zu sagen hat.

- Edward Snowden

Dieses Projekt bringt Tanz, Musik und Technologie zusammen, um die Themen Überwachung und Privatsphäre zu diskutieren. Gemeinsam mit einem Team aus Tänzer*innen, Musiker*innen und einem Drohnenpiloten stellt Kobzeva die Frage, wie Algorithmen unsere Zukunft in unserem zunehmend digitalen Leben gestalten werden.

Nach der Residency bei ID_Tanzhaus FRM wurde "Patterns of Perceptions" im Offenen Haus der Kulturen uraufgeführt und auf dem Sommerwerft Festival 2021 erneut gespielt. Schulen können diese Aufführung über FLUX - Theater und Schule buchen.

Website der Künstlerin

Die zunehmende Virtualisierung unserer Wohnungen als Folge der Pandemie hat dazu geführt, dass unsere privaten Räume öffentlich geworden sind.

Ausgehend davon hinterfragt Projective Bodies in der experimentellen VR-basierten Performance von Saakib Sait Begriffe wie Körper, Raum, Privatsphäre, Bewegung, Rituale, Erinnerung und Navigation.

Sait hat vier Tänzer*innen/Performer*innen eingeladen, mit ihm einen Workshop zur Entwicklung der VR-Performance zu kreieren. Die vier waren Raha Dehghani, Evie Paoros, Eri Funahashi Geen und Joanna Gruberska. Am nächsten Tag lud Sait die Öffentlichkeit ein, das von ihnen Vorbereitete selbst in VR zu erleben. Ein vollständiger Bericht sowie die konzeptionellen Grundlagen und eine Filmdokumentation wurden in seiner digitalen Präsentation gezeigt.

Das Choreografie- und Tanzduo Vlasova/Pawlica (Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica) beschäftigt sich in ihrem Tanztheaterprojekt "PETER PAN - oder die Flucht nach Nimmerland" mit der psychischen Gewalt von Mobbing.

Gemeinsam mit den Tänzerinnen Sandra Domnick und Nadja Simchen, der Dramaturgin Mareike Uhl und dem Komponisten David Rojas, nutzten sie die Residency, um sich auf die Premiere an den Landungsbrücken in Frankfurt vorzubereiten. Weitere Aufführungen fanden im KinderTheaterHaus in Hannover statt.

Auf dem Instagram-Profil von @vlasovapawlica und @idtanzhausfrm findet ihr Videos von den Instagram-Takeovers von Vlasova/Pawlica am 2. und 23. Oktober. 

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