Residenzen

Das umfangreiche Residenzprogramm ist Kernstück des ID_Tanzhauses Frankfurt Rhein-Main. In einem Open Call wurden im April und im Mai 2021 regionale Projektinitator*innen, die mit Tanz arbeiten und experimentieren, eingeladen, sich für ein Residenz-Stipendium zu bewerben.

Zum Arbeiten und Proben stellt das ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main den Künstler*innen die räumliche und technische Infrastruktur des von ID_Frankfurt – Independence Dance and Performance e.V. getragenen Z-Zentrums für Proben und Forschung für einen Zeitraum von ein- bis drei Wochen zur Verfügung.

Im geschützten Raum können die Künstler*innen nach ihren eigenen Bedingungen proben und forschen und konzentriert ihre Projekte entwickeln. Im Stipendium inbegriffen sind: Professionelle Unterstützung auf administrativer, technischer und künstlerischer Ebene, - vom Konzept der Projektidee bis zur Aufführung sowie eine finanzielle Unterstützung. Die Ausstattung des Residenzstipendiums kann im Einzelnen hier eingesehen werden.

Die Auswahl der Residenz-Künstler*innen erfolgte durch eine vierköpfige Jury in einem anonymen (doppelblinden) Verfahren.

Insgesamt werden bis Ende Oktober 2021 acht Residenzstipendien an Tanz- und Performanceschaffende vergeben.

Vier Personen auf weißer Fläche. Eine Person kniet vor einer Kamera, eine andere springt, eine dritte Person bewegt sich mit seitlichen verdrehten Körper, eine vierte Person befindet sich in tanzender Pose auf dem Boden.

Residenzen - Proben und Forschen im geschützten Raum (c) Seda Demiriz

ID_Tanzhaus FRM digital

Ausschnitt der Fassade eines Industriegebäudes, blinde Fenster, Abluftinstallation Klimaanlagen, Eingangstür mit quadratischen Schild: Grünes Z auf weißem Grund.

Fassade Geböude Schmidtstraße - Zugang zu den Studios des Z_Zentrum für Proben und Forschung (c) Katrin Schander

Das „Z- Zentrum für Proben und Forschung“ ist der Ort, an dem die Residenz-Künstler*innen des ID_Tanzhauses FRM an ihren Projekten arbeiten können. Eine analoge Aufführungsstätte ist dieser Ort allerdings nicht.

Die durch die Pandemie beschleunigte digitale Entwicklung im Bereich der darstellenden Künste, die neue Formen der Vermittlung ermöglicht und neue daran angepasste Rezeptionsgewohnheiten geschaffen hat, wird daher diesen Probenraum als virtuellen Veranstaltungsraum erweitern. Und so ist eine Aufforderung an die Residenzkünstler*innen bereits auf der Ebene des Konzepts, das digitale Potential für ihr Projekt auszuloten und mit digitalen Darstellungs- und Erzählformen zu experimentieren und neue Wege der Präsentation zu beschreiten. Die Künstler*innen werden so gleichzeitig in die Lage versetzt, auch in der Zeit nach der Pandemie, ihre Produktionen in den dafür entstandenen und noch entstehenden virtuellen Räumen zeigen zu können.

Maria Kobzeva and Team

Maria Kobzeva und Team 

Patterns of perception

Während ihrer Residenz im Studio des Z-Zentrum für Proben und Forschung hat die Tänzerin und Choreografin Maria Kobzeva mit ihrem interdisziplinäres Team intensiv daran geforscht wie sie Tanz, Musik und Technologie auf eine neuartige Weise zusammenbringen können, um die sensiblen Themen Überwachung und Privatheit eindrücklich zu verhandeln und zu vermitteln. Aus der Recherche zu dem Stück Patterns of Perception ist in dieser Zeit außerdem eine Performance entstanden, die sie als Film veröffentlicht haben.

Judith Nagel mit re-dance

(c) Foto: Astrid Ackermann 2021; Judith Nagel, Motiv aus der Fotodokumentation »Biotope«

Judith Nagel in Kollaboration mit re-dance platform

Die Ambiguität des Schweigens - Die unterschiedlichen Dimensionen und Wirkungen des Schweigens in Mutterschaft und Tanz

Mit den facettenreichen Bedeutungen und Auswirkungen des sprachlichen Phänomens des Schweigens in Mutterschaft und (professionellem) Tanz befasst sich die Tänzerin, Choreografin und Mutter Judith Nagel in Kollaboration mit re-dance platform in ihrer Arbeit „Die Ambiguität des Schweigens – Die unterschiedlichen Dimensionen und Wirkungen des Schweigens in Mutterschaft und Tanz".

Ana Clara Montenegro

Prácticas para Enraizar/Practices for Rooting

In ihrem Projekt „Prácticas para Enraizar/Practices for Creating Roots“ setzt sich die Tänzerin und Choreografin Ana Clara Montenegro mit der Bedeutung des „Wurzeln-schlagens“ mit Blick auf den menschlichen Körper und seinem Verhältnis zur Natur auseinander. In einem mehrstufigen Arbeitsprozess erarbeitet sie Methoden zum Prozess des „Wurzel-schaffens“, um sie dann einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen

Diana de Fex

Daydreaming the Archive

„Daydreaming the Archive“ heißt die Recherche der Choreografin, Dramaturgin und Theaterschaffenden Diana De Fex und ihres Kollektiv, in der sie vor dem Hintergrund eigener migrantischer Erfahrung und mit Bezug auf die soziale Praxis des „ziellosen Umherschweifens“ den städtischen Raum untersuchen.

 

Amadeus Pawlica in Kollaboration mit Vlasova/Pawlica

Peter Pan

Mit der physischen Gewalt des Mobbings beschäftigen sich das Choreograf*innen-und Tänzer*innen-Duo Vlasova/Pawlica (Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica) in ihrem Tanztheater-Projekt „Peter Pan“. Ihre umfangreiche Recherche ist eingebettet in das titelgebende bekannte englische Kindermärchen Peter Pan.

Saakib Sait

Projective Bodies

Der Architekt und Städelschüler Saakib Sait untersucht in seinem Projekt „Projective Bodies“ unsere visuelle Erfahrung und Gewohnheit im realen Raum und ihren Einfluss auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers, während wir uns im virtuellen, bodenlosen Raum „schwebend“ bewegen.

Laura Hrgota-Jannene

Worldbuilding

"In welcher Welt leben wir eigentlich gerade, wie und wieviel Einfluss können wir auf die Gestaltung dieser Welt ausüben?", fragt die Künstlerin Laura Hrgota-Jannene in ihrem Projekt „Worldbuilding“ kritisch mit Blick auf die infrastrukturelle Identitätskonstruktion der gebauten Welt, die uns umgibt und prägt.

 

Camilla Fiumara

Closing WIP

Tänzerin und Choreografin widmet sich in ihrem Projekt „Closing WIP“ den körperlichen, räumlichen und mentalen Erfahrungen wie der plötzlichen Steifheit ihrer Glieder, die zu veränderten Bewegungen führten sowie dem Gefühl der inneren Leere, die sie während der Pandemie erlebt hat und macht sie zum Ausgangsmaterial ihrer performativen Arbeit.

Das ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main von ID_Frankfurt e.V. hat im März und Mai 2021 regionale Projektinitiator*innen , die mit Tanz arbeiten und experimentieren, eingeladen sich für für ein- bis dreiwöchige Residenzen im Z-Zentrum für Proben und Forschung zu bewerben.

Die Projekte sollten einen Bezug zu aktuellen Ereignissen haben, gegenwörtige gesellschaftspolitische und soziale Fragen behandeln oder Themen reflektieren, die wenig sichtbar oder marginalisiert sind.

Die Residenz beinhaltet:

  1. Zugang zu zwei Studios
  2. einen Gemeinschaftsraum mit Küche

  3. Unterstützung und Beratung auf Ebene der Produktion, Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit
  4. Bereitstellung (digitales) technisches Equipment

  5. finanziellen Zuschuss

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