Residenzen

Residenzen 2022

Auswahlverfahren:

ID_Tanzhaus FRM ist bestrebt, weniger voreingenommene und generativere Formen des Peer-Auswahlverfahrens zu finden. Im Jahr 2022 wurden die Residenzkünstler*innen erneut von einer vierköpfigen Jury in einem anonymen, doppelt blind durchgeführten Verfahren ausgewählt. Keines der Jurymitglieder arbeitet für das ID_Tanzhaus FRM oder gehört dem ID_Frankfurt e.V. an.

Im Jahr 2022 bestand die Jury aus:

  • Olivia Hyunsin Kim, freie Choreografin und Performerin
  • Quindell Orton, freie Choreografin und Tänzerin
  • Melanie Suchy, Tanz-Fachjournalistin
  • Takao Baba, freier Choreograf und Tänzer


Insgesamt wurden sieben Residenzen zwischen Mai und November 2022 an regionale Tanz- und Performance-Projekte vergeben, die als vielfältige Online-Formate entwickelt werden. Die sehr unterschiedlichen künstlerischen Konzepte sind thematisch hochaktuell und möchten Gewohnheiten hinterfragen, Barrieren abbauen und Traditionen transformieren. 

Die Residenz-Künstler*innen 2022:

Das Projekt von Tänzerin und Tanzvermittlerin Michelle DiMeo befasst sich mit der Entwicklung von Möglichkeiten, Menschen mit erheblichen Sehbehinderungen umfassend in Tanz- und somatische Bewegungspraktiken einzubeziehen. Die Körperlichkeit von Apathie und das Pendeln zwischen Frustration, Ohnmacht und Hoffnung bewegt die Gruppe von Tänzerin Ida Kaufmann. Die Choreografin und visuelle Künstlerin Mara Kirchberg begegnet den körperlichen Auswirkungen von Angst mit der Idee, über das Mittel des Tanzes aus Angst heraus Hoffnung zu schöpfen. Choreograf und Tänzer islam Elnebishy spielt mit den Bildern, die mit dem tanzenden Körper assoziiert werden, und entwickelt Choreografien aus den Vorstellungen eines möglichen Publikums. In ihrer Forschungsarbeit imaginiert die Choreografin Clara Reiner gemeinsam mit René Alejandro Huarí Mateus, Jacob Bussmann und Frédéric De Carlo gemeinschaftliche Tänze, die durch die Zeit gereist sind. Ihre Praktiken werden im Rahmen des „Implantieren“-Festivals für Performancekunst zu sehen sein, das von September 2022 bis Februar 2023 stattfindet und von ID_Frankfurt ausgerichtet wird. Traditionelle Tänze bilden auch bei Performer*in Shivā Amiri den Ausgangspunkt der künstlerischen Forschung. Inspiriert durch Sufi-Tänze sucht Amiri gemeinsam mit den Zuschauenden nach einem Zustand der Trance und lädt sei ein, ihr anderes Ich zu entdecken, das Diskriminierung, Rassismus und Flucht nicht mehr nur als das Problem von Anderen sieht, sondern die eigene Beteiligung darin erkennt. Tänzer und Choreograf Carlos Díaz erprobt die Verbindung von Tanz mit poetischen Versen des peruanischen Dichters Cesar Vallejo. Über Vallejos Texte möchte Díaz Empathie für die Erfahrungen von Migrant*innen schaffen. Vallejo selbst war Künstler mit Migrationshintergund. Zum Abschluss der Residenzen werden die Ergebnisse online als digitales Open Studio präsentiert.

 

Das ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main des ID_Frankfurt e.V. lädt regionale Projektinitiator*innen, die mit Tanz und Choreografie arbeiten und experimentieren, ein, sich für Residenzen im Studio Die Druckerei in Frankfurt am Main-Niederrad zu bewerben. Dies wird ermöglicht durch eine Kooperation mit Hennermanns Horde. Freiberuflich in der Region Frankfurt Rhein-Main tätige Bewerber*innen werden bevorzugt. Die Bewerbungsphase beginnt am 7. März und endet am 4. April 2022.

Eine Residency bietet Folgendes:

  1. Zugang zum 160 m2 großen Studio in der „Druckerei“
  2. Produktions-, Presse- und dramaturgische Unterstützung 
  3. Möglichkeiten zur Vernetzung
  4. Fotodokumentation
  5. Unterstützung bei digitalem Streaming, Beleuchtung und Ton 
  6. Unterstützung bei digitales Open Studio Organisation
  7. Honorar
  8. Kosten für den ÖPNV

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Das Residency-Programm ist eine Kernstrategie des ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main, um den verschiedenen Akteur*innen der lokalen freien Szene Möglichkeiten und Ressourcen zu eröffnen.

Im Rahmen eines Open-Call-Verfahrens sind regionale Projektinitiator*innen, die mit Tanz und Performance experimentieren, eingeladen, sich zu bewerben - egal in welcher Phase ihrer Karriere sie sich befinden.

  • Wir legen Wert auf eine inklusive Anwendung des Begriffs "Tanz". Man muss kein*e akademisch ausgebildete*r Tänzer*in sein, um einen wertvollen Beitrag im Bereich Tanz und Choreografie zu leisten. Natürlich respektieren wir jedoch auch die Tänzer*innen mit jahrelanger Ausbildung und unterstützen innovative Menschen, die sich mit ihrer Arbeit innerhalb traditionellerer Formen bewegen. 
  • Besonders willkommen sind uns aufstrebende Künstler*innen, die neu in der unabhängigen Produktion innerhalb öffentlicher Förderstrukturen sind.

Für Arbeit und Proben stellt das ID_Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main den Kunstschaffenden die räumliche und technische Infrastruktur zur Verfügung, um ihr Projekt in speziell für Tanz geeigneten Räumen zu realisieren. Die Residenz beinhaltet professionelle Unterstützung auf administrativer, technischer und künstlerischer Ebene, je nach Wunsch des jeweiligen kreativen Teams.

Details und Bilder zu den Residenzen 2021 sind unten verlinkt.

Ein Raum mit weißen Wänden, einem Fenster, drei aufgeklebten Teppichen auf dem dunklen Boden. Durch die geöffnete Tür sieht man zwei Personen.

Foto aus der Forschungsphase der virtuellen Performance ,,Kitchen-Ing Questions", von I. Daniel, Z. Užbinec, T. Stoyanov

Ausgewählte Künstler/Initiator*innen der Residencies 2021

Hier klicken für die vollständigen Projektbeschreibungen

Ana Clara Montenegro, Camilla Fiumara, Diana De Fex, Judith Nagel mit der Plattform re-dance, Laura Hrgota-Jannene, Maria Kobzeva, Saakib Sait, Vlasova/Pawlica